Optimales Nährstoff-Level
Die hier stehenden Tipps können auch mit Düngern anderer Hersteller umgesetzt werden, insofern diese eine Einzelkomponentendüngung unterstützen und die genauen Inhaltsstoffe bekannt sind. Der Schlüssel zu prächtigem Pflanzenwachstum ist die Einstellung der folgenden Wasserwerte:


Optimales Nährstoff-Level
Standzeit und Lichtintensität sind gleichermaßen die treibenden Größen zur Fein-Justierung der richtigen Parameter. Diese Justierung werden wir im Folgenden in drei Detaillierungs-Stufen erklären. Diese Empfehlungen sollten (unabhängig vom tatsächlichen Dünger-Hersteller) ab Tag 1 berücksichtigt werden.

Stufe I – Licht, Standzeit und Pflanzenmasse

Zu berücksichtigen ist, dass die Einlaufphase nicht mit erreichen des Nitrit-Peaks abgeschlossen ist, sondern darüber hinaus ein halbes bis ein komplettes Jahr andauern kann. In dieser Zeit wird die für das Gleichgewicht im Becken benötigte Biologie und Pflanzenmasse aufgebaut, wovon wiederum die Einstellung der Wasserwerte abhängig ist.

Je länger das Becken steht und desto stärker die Biologie und die Pflanzenmasse ausgebildet ist, desto stärker kann es beleuchtet werden.

Und je stärker es beleuchtet wird, desto höher sollten die durch Dünger anpassbaren Werte wie NO3, PO4, Fe, etc. eingestellt werden.

Beigefügt siehst du in den Balken ein Beispiel wie die Wasserwerte in Abhängigkeit zur Standzeit und zum Licht sinnvoll eingestellt werden können.

Sollte es im Beispiel dennoch zu einer Algenbildung kommen, so ist die Standzeit des Beckens und damit die Biologie noch nicht ausreichend fortgeschritten oder aber die Pflanzenmasse noch zu gering. In einem solchen Fall sollten die Werte (begonnen bei dem Licht) entsprechend wieder im Rahmen der oben stehenden Bandbreiten reduziert werden.

Standzeit des Beckens ≈ 6 Monate 50%
Licht ≈ 40 lm / l 50%
CO2 ≈ 30 mg / l 50%
Nitrat (NO3) ≈20 mg / l 50%
Phosphat (PO4) ≈ 1,0 mg / l 50%
Eisen (Fe) ≈ 0,1 mg / l 50%

Stufe II – Dünger

Die richtige Einstellung der Düngung unterstützt das Wachstum der Pflanzen und wirkt zudem einem Algenausbruch entgegen. Hierbei ist es besonders wichtig das richtige Nährstoff-Gleichgewicht zu finden. Da allerdings jedes Aquarium unterschiedlich stark beleuchtet wird, unterschiedlich stark bepflanzt ist und von unterschiedlichen Tieren mit unterschiedlichem Futtereintrag bewohnt wird, ist auch jede Düngerzugabe von Aquarium zu Aquarium unterschiedlich und individuell einzustellen. Anders als Systemdünger, welche nur mit pauschalen Ansätzen arbeiten, sind die Be-Smart Produkte so konzipiert, dass sie eine individuelle Einstellung der Wasserwerte in den Fokus stellen.

CO2: 20 – 40 mg / l
Nitrat (NO3): 10 – 25 mg / l
Phosphat (PO4): 0,4 – 1,5 mg / l
Eisen (Fe): 0,1 – 0,2 mg / l

Jeder einzelne dieser Nährstoffe wird in der Tabelle als Bandbreite „von bis“ angegeben. Je stärker das Licht (in Abhängigkeit zur Standzeit und damit zur Biologie und Pflanzenmasse), desto höher sollte der jeweilige Nährstoff dosiert werden.

CO2: CO2 ist ein wichtiger Parameter für das Wachstum der Pflanzen. Kohlenstoff kann durch die Pflanzen auch aus der KH gewonnen werden. Dies ist allerdings ein aufwändiger Prozess und drosselt damit stark das Wachstum der Pflanzen. CO2 ist leicht verfügbarer Kohlenstoff, weshalb die Pflanzen, in Becken welche mit CO2 gedüngt werden, deutlich üppiger und meist schöner wachsen als ohne CO2. Ein hoher CO2-Wert ist dabei in der Regel kein Problem, solange O2 stark genug im Wasser gelöst ist. Die Nährstoffempfehlungen von uns zielen auf den besten Pflanzenwuchs ab, in dem in aller Regel die Pflanzen schon relativ früh am Tag beginnen sichtbar zu assimilieren (blubbern). Das heisst die Sauerstoffsättigung in Becken, welche nach unserem Modell gedüngt werden, ist ohnehin bei >100% und darum gibt es (mit Ausnahme von Becken mit empfindlichen Fischen wie Diskus) auch keine Probleme mit dem Besatz bei bspw. CO2 = 40 mg / l CO2. Die Einstellung von CO2 erfolgt am effektivsten mit einer CO2-Druckgas-Anlage.

NO3 + PO4 + Fe: Eine einfache Variante zur Herstellung der Wasserwerte ist die Nutzung eines NPK + Eisenvolldüngers. Bei der Verwendung von NPK + Eisenvolldünger wird ein wöchentlicher Wasserwechsel von 50% empfohlen, da sich sonst einzelne Nährstoffe anreichern können. Flexibler und genauer können die Wasserwerte über Einzelkomponentendüngung eingestellt werden (bspw. Nitrat + Phosphat + Eisenvolldünger). Mit dieser Kombination kann spezifischer auf die Anforderungen des Beckens reagiert werden, was wir in den folgenden Absätzen erklären. NO3 zu PO4 kann gemäß der auf Süßwasseraquarien angewendeten Redfield-Ratio in einem Verhältnis von 16:1 (NO3:PO4) dosiert werden. Als grobe Orientierung ist diese Ratio sehr leicht anwendbar und auch zielführend. Die von uns empfohlenen Bandbreiten berücksichtigen diese Ratio, weichen allerdings leicht von ihr ab. Der Grund hierfür sind Erfahrungen aus der Praxis. Es geht hierbei allerdings nicht um eine „sklavisch einzuhaltende mathematisch exakte Wissenschaft“, sondern viel mehr um eine „grobe Richtung“. Sollte es Schwierigkeiten mit Grünalgen geben, so ist für die Dauer der Algenbekämpfung eine Ratio von 40:1 sinnvoll (40:1 –> Nitrat = 20 mg / l und PO4 = 0,5 mg / l). Solch eine Fein-Justierung ist nur mit Einzelkomponentendüngern möglich. 

Optimales Nährstoff-Level
Optimales Nährstoff-Level

Beispiel
Das Aquarium steht bereits seit einem 1/2 Jahr (die Einlaufphase ist weitestgehend abgeschlossen und die Biologie ist ausreichend ausgebildet). Entsprechend wurde die Beleuchtung ohne Mittagspause auf 12 Stunden pro Tag mit 40 Lumen / Liter eingestellt. Die Bandbreite für die Lichtintensität ist mit 30 – 50 Lumen / Liter angegeben. Das Aquarium in unserem Beispiel liegt mit seinen 40 Lumen / Liter damit genau in der Mitte der empfohlenen Bandbreite. Alle anderen Wasserwerte sollten nun der Intensität des Lichts folgen und ebenfalls in Richtung „Mitte der Bandbreite“ eingestellt werden. Bei Nitrat liegt dieser Wert bspw. bei 20 mg / Liter und für Phosphat bei etwa 1 mg / Liter. 
Sollten jedoch die Werte so eingestellt werden wie im beistehenden roten Beispiel dargestellt, so besteht die Gefahr eines Algenbefalls. Wichtig zu beachten ist darum, dass alle genannten Nährstoffe (NO3, PO4, Fe) wie in grün dargestellt im Mittel der Bandbreite eingestellt werden! Sollte es dennoch zu einem Algenbefall kommen, so ist die Biologie des Beckens noch nicht weit genug stabilisiert und entsprechend sind Licht und die anderen Werte nach unten zu korrigieren. Sollte die Lichtintensität (Lumen) nicht einstellbar sein, so kann die Beleuchtungsdauer (in Stunden) über bspw. eine Mittagspause reduziert werden.

Grund-Parameter:

Standzeit des Beckens ≈ 6 Monate 50%
Licht ≈ 40 lm / l 50%
CO2 ≈ 30 mg / l 50%

Falsche Einstellung der Düngung:

Nitrat (NO3) ≈ 10 mg / l 20%
Phosphat (PO4) ≈ 1,5 mg / l 100%
Eisen ( Fe) ≈ 0 mg / l 20%

Richtige Einstellung der Düngung:

Nitrat (NO3) ≈ 20 mg / l 50%
Phosphat (PO4) ≈ 1,0 mg / l 50%
Eisen (Fe) ≈ 0,1 mg / l 50%

Stufe III – K : Mg : Ca

Zudem sollten die Nährstoffe Kalium (K), Magnesium (Mg) und Calcium (Ca) im Wasser ausreichend vorhanden sein um Mangelerscheinungen wie löchrigen Blättern entgegenzuwirken.

Kalium (K): 5-10 mg / l
Magnesium (Mg): 7-15 mg / l
Calcium (Ca): 20-40 mg / l


Hierbei ist die Wasserhärte ausschlaggebend für die richtige Balance. Magnesium und Calcium sind die Härtebildner der Gesamthärte (GH) und spielen darum eine wichtige Rolle bei der Überlegung zu der richtigen Wasserhärte.

Niedrige GH:
Aus Pflanzensicht sollte in den meisten Fällen weiches Wasser (<8 GH) mit einem K : Mg : Ca – Verhältnis von 0,5 : 1 : 2-4 angestrebt werden. Eine kaliumarme Nitratdüngung mit Nitrat2 in Kombination mit einem separaten Kalium-Dünger ist zu favorisieren, da bei NPK oder Nitrat1 zu viel Kalium angereichert werden kann, was den Pflanzen die Aufnahme von Magnesium erschwert und dadurch zu Mg-Mangelerscheinungen führen kann. Alternativ kann auch die Wasserwechsel-Rate erhöht werden, was eine Anreicherung von Kalium (bei entsprechend kaliumarmen Wechselwasser) entgegen wirken kann.

Hohe GH:
Da Magnesium einer der beiden Härtebildner der GH ist, bedeutet eine höhere GH oft auch, dass mehr Magnesium im Wasser gelöst ist. Ein Wassertest auf Mg ist dennoch zu empfehlen. In Fällen mit höherem Magnesium-Wert kann das oben beschriebene Verhältnis auch Richtung 1-1,5 : 1 : 2-6 (K : Mg : Ca) tendieren.

Bei den Becken, in denen zu wenig Magnesium im Wasser gelöst ist, empfehlen wir eine separate Mg-Erhöhung über Bittersalz.

Nitrat2 K-Free Aquariumdünger - 1.000 ml inkl. Dosierpumpe
Magnesiumsulfat / Bittersalz

Die Nährstoffe in Starklichtbecken mit bspw. 100 Lumen / Liter können auch höher als in der oben stehenden Bandbreiten dosiert werden.

Sollten weitere Fragen bestehen, stehen wir gerne zur Verfügung.