Algenratgeber
Algenratgeber

Der Aufbau eines optisch algenfreien Beckens muss nicht unbedingt viel Mühe und Arbeit bedeuten. In diesem Ratgeber erfährst du die wesentlichen Gründe für Algenwachstum und wie du diesen begegnest. Hierbei gehen wir im Besonderen auf die empfohlenen Wasserwerte und auf die im Becken aufzubauende Biologie ein.

Wasserwerte

Pflanzen benötigen ein komplexes Angebot von insgesamt 16 verschiedenen Nährstoffen um Photosynthese betreiben zu können. Diese Nährstoffe sind genau so zu sehen, wie „Futter“ für Fische, Garnelen oder andere Bewohner des Aquariums. Je ausgewogener die Ernährung, desto besser funktioniert das Immunsystem der Bewohner gegen Krankheiten. Bei Pflanzen ist es genauso. Je besser sie ernährt werden, desto widerstandsfähiger sind sie gegen Algen. Algen hingegen sind deutlich weniger komplex aufgebaut und benötigen darum auch nur einzelne Stoffe um üppig wachsen zu können. Hieraus folgt, dass ein Ungleichgewicht in den Nährstoffen dazu führt, dass zum einen die Pflanzen geschwächt werden und zum anderen die Algen aufblühen. 

Die wichtigsten Nährstoffe, die es in ein Gleichgewicht zu bringen gilt, sind:
Licht 0,4 – 0,6 Watt / l bzw. 30 – 50 Lumen / l
CO2: 20 – 40 mg / l
Nitrat (NO3): 10 – 25 mg / l
Phosphat (PO4): 0,4 – 1,5 mg / l
Eisen (Fe): 0,1 – 0,2 mg / l

Jeder einzelne dieser Nährstoffe wird in der Tabelle als Bandbreite „von bis“ angegeben. Und das hat einen Grund: Je länger das Becken steht und desto stärker die Biologie und die Pflanzenmasse ausgebildet ist, desto stärker kann es beleuchtet werden.

Und je stärker es beleuchtet wird, desto höher sollten die durch Dünger anpassbaren Werte wie NO3, PO4, Fe, etc. eingestellt werden.

Beigefügt siehst du in den Balken drei Beispiele: 
Im ersten Beispiel (Optimal für Pflanzen) wurde das Nährstoffgleichgewicht auf die Standzeit des Beckens und auf die Beleuchtung angepasst. (hier stimmt alles)
Im zweiten Beispiel (Optimal für Algen I) wurde zwar die Beleuchtung auf die Standzeit angepasst, allerdings stehen Nitrat und Phosphat in einem Ungleichgewicht zueinander, was sehr wahrscheinlich zu Fadenalgen führen wird.
Im dritten Beispiel (Optimal für Algen II) wurden zwar die Werte von Nitrat und Phosphat an die Standzeit angepasst. Allerdings läuft die sehr starke Beleuchtung bereits 12 Stunden am Tag, was ebenfalls sehr wahrscheinlich zu Grünalgen führen wird. Hier wäre zu empfehlen, sowohl die Beleuchtungsdauer, als auch die Beleuchtungsintensität zu reduzieren, bis die Biologie und Pflanzenmasse entsprechend ausgebildet ist und das Becken eine solch Starke Beleuchtung auch vertragen kann.

Wichtig ist also zu verstehen, dass alle hier genannten Parameter in ein Gleichgewicht zueinander gebracht werden müssen. Startpunkt dieser Angleichung ist immer die Standzeit des Beckens.

Optimal für Pflanzen: Nährstoffgleichgewicht

Standzeit des Beckens ≈ 6 Monate 50%
Licht ≈ 40 lm / l​ 50%
CO2 ≈ 30 mg / l 50%
Nitrat (NO3) ≈ 20 mg / l 50%
Phosphat (PO4) ≈ 1,0 mg / l 50%
Eisen (Fe) ≈ 0,1 mg / l 50%

Optimal für Algen I: PO4 nicht im Gleichgewicht

Standzeit des Beckens ≈ 6 Monate 50%
Licht ≈ 40 lm / l​ 50%
Nitrat (NO3) ≈ 10 mg / l 20%
Phosphat (PO4) ≈ 1,5 mg / l 100%

Optimal für Algen II: Licht nicht im Gleichgewicht

Standzeit des Beckens ≈ 6 Monate 20%
Licht ≈ 50 lm / l​ 100%
Nitrat (NO3) ≈ 10 mg / l 20%
Phosphat (PO4) ≈ 0,5 mg / l​ 20%

Biologie

Wie oben in den Erklärungen zu den Wasserwerten bereits erwähnt, spielt die Standzeit des Beckens eine zentrale Rolle. Zu berücksichtigen ist, dass die Einlaufphase nicht mit erreichen des Nitrit-Peaks abgeschlossen ist, sondern darüber hinaus ein halbes bis hin zu einem kompletten Jahr andauern kann. In dieser Zeit wird die für das Gleichgewicht im Becken benötigte Biologie aufgebaut. Solange der Biologieaufbau noch nicht abgeschlossen ist, können neben Algen auch weitere unerwünschte Nebenerscheinungen, wie Cyanobarkterien (Blaualgen) auftreten. 

Bakterien wie Cyanos erfüllen dabei eigentlich einen nützlichen Zweck. Einen Zweck, welcher in eingefahrenen und funktionierenden Becken von nicht sichtbaren Mikroorganismen übernommen wird. Diese nützlichen Mikroorganismen sind allerdings in Becken, in denen es zu Cyanobakterien kommt, noch nicht ausreichend vorhanden, weshalb ihre unerwünschten Verwandten ihren Platz einnehmen.

Um die erwünschten Mikoorganismen zu stärken und damit die Einlaufphase zu beschleunigen, sollten neben den in den jeweiligen Algenratgebern hinterlegten Punkte im Wesentlichen diese einfachen Methoden angewendet werden: Animpfen des Beckens und unerwünschte Bakterien absammeln. Mehr dazu weiter unten in der Beschreibung der einzelnen Algen, bzw. Bakterienstämme.

 

Algenratgeber

Die Maßnahmen zur nachhaltigen Beseitigung von Algen sind genauso vielfältig wie die Algenarten selbst. Hierbei gibt es spezifische Maßnahmen, welche nur bei bestimmten Algenarten zum Ziel führen. Es gibt aber auch allgemein für alle Algenarten gültige Maßnahmen, die das auftreten von Algen im Vorhinein eindämmen. Hierzu wird einiges an Technik benötigt. Der Aquarianer muss selbst entscheiden welche Punkte er davon umsetzen möchte und welche nicht.

  • Verwendung von entmineralisiertem Wasser: Da jedes Leitungswasser in seinen Bestandteilen unterschiedlich ist, empfehlen wir entweder die Verwendung von Osmoseanlagen (mit nachgeschaltetem Vollentsalzer) oder von destilliertem Wasser. Damit ist das Wechselwasser frei von allen unerwünschten Bestandteilen wie Silikat oder hohen Phosphat-Werten, aber auch frei von Wasserhärte. Anschließend sollte das entmineralisierte Wasser kontrolliert auf den vom Fisch- bzw. Garnelenbesatz benötigten Härtegrad aufgesalzen werden. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass regelmäßig ausreichend Magnesium und Calcium (im Aufhärtesalz enthalten) dem Becken zugefügt wird, was die Nährstoffaufnahme von NO3, PO4, etc. verbessert.
  • Optimales Nährstoff-Level: Wie in diesem Beitrag weiter oben unter "Wasserwerte" oder wie im Artikel zum "Optimalen Nährstoff-Level" (https://be-smart-aquarium.de/top-werte/) beschrieben, sollten die Nährstoffe immer in Abhängigkeit zur Standzeit und der Lichtintensität eingestellt werden.
  • Filterung: Ebenso sollte der Filter richtig dimensioniert sein. Der Spruch "Viel hilft viel" trifft hier nicht (!) zu. Eine zu starke Filterung kann genauso zu Problemen führen wie eine zu schwache Filterung. Wichtig hierbei ist zu verstehen, dass ein Filter genau zwei Hauptaufgaben besitzt: Er soll zum einen mechanisch filtern (Kot, Pflanzenreste, etc.) und zum anderen soll er biologisch filtern. In der biologischen Filterung wird Ammonium zu Nitrit und das Nitrit zu ungiftigem und für Pflanzen wichtigen Nitrat umgewandelt. Dieser Prozess der Nitrifizierung ist sauerstoffabhängig (NO2 kann nur von Filterbakterien zu NO3 oxidiert werden, wenn ein zusätzliches O-Atom (Sauerstoff) vorhanden ist). Zu dicht bepackte Filter oder auch Filter mit langer Standzeit neigen dazu teilweise zu verstopfen / sich zuzusetzen. Diese Bereiche sind dann vom Sauerstoff abgeschnitten (anaerobe Bereiche) und verursachen Probleme im Becken. Darum ist das Volumen des Filtermaterials an den jeweiligen Fischbesatz anzupassen. (nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel).
  • UV-C: Um einer möglichen Schwebealgen- oder Bakterienblüte vorzubeugen wird empfohlen einen UV-C-Klärer zu installieren. Dieser kann in den ersten Wochen durchlaufen. Er kann aber auch erst eingeschaltet werden, wenn es zu Problemen mit besagten Algen und Bakterien kommt. Wenn er von Beginn an eingeschaltet sein soll, so kann der UV-C-Klärer nach einigen Wochen wieder ausgeschaltet werden (es gibt auch Aquarien, bei denen ein UV-C-Klärer dauerhaft zur Reduktion des Keimdrucks in Betrieb bleibt - dies ist dann aber individuell zu bewerten).

Pinselalgen:

Pinselalgen gehören wie die Bartalgen zur Gattung der Rotalgen. Diese Algen färben sich rot, sobald sie in Alkohol eingelegt werden. Durch diesen Test kann sie eindeutig als Rotalge identifiziert werden. Ihre Färbung im Becken reicht von bräunlich, über grau bis hin zu schwarz. Sie haftet sehr fest an Gegenständen wie Aquariendeko, Filterauslass, Steinen oder Wurzeln, aber auch an Blatträndern langsam wachsender Pflanzen oder an absterbenden Stängelpflanzen. Die zur Beseitigung dieser hartnäckigen Alge aufgelisteten Punkte sind bereits ihrer Wichtigkeit nach aufgereiht und entsprechend von oben nach unten abzuarbeiten.

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  • Nährstoffe checken: Voraussetzung für die Beseitigung dieser Alge ist die Herstellung der oben stehenden Wasserwerte. In aller Regel verschwindet die Alge, wenn der CO2-Gehalt auf 20-40 mg / l und Nitrat (NO3) auf 10-25 mg / l angehoben wird. (siehe auch https://be-smart-aquarium.de/top-werte/)
  • Gammelecken checken: In Fällen in denen die Wasserwerte bereits perfekt eingestellt sind und es dennoch zu Pinselalgen kommt, sollte das Becken auf Gammelecken (Problem: anaerobe Abbauprozesse) untersucht werden. Evtl. gammelt es im Filter. Gründe hierfür können sein, dass der Filter zu dicht mit Filtermaterial bepackt wurde oder aber das sich das Filtermaterial mit der Zeit zugesetzt hat. In diesen Fällen ist das Filtermaterial zu tauschen und ggf. die Menge an Filtermaterial zu reduzieren. Letzteres muss im Gleichgewicht mit dem Fisch-Besatz und dem mit ihm einhergehenden Futtereintrag stehen. Hierbei ist wichtig zu verstehen, dass im Filter neben der mechanischen Filterung die Nitrifizierung im Vordergrund steht. In Becken mit hoher Pflanzenmasse erfolgt die Nitrifizierung bereits zu einem hohen Prozentsatz auf den Pflanzen, auf dem Kies und jedem anderen Gegenstand im Becken. Entsprechend kann mit steigender Pflanzenmasse und fortlaufender Standzeit des Beckens das Filtermaterialvolumen reduziert werden, ohne Einbußen bei der Nitrifikation hinnehmen zu müssen. Eine weitere Stelle an der es oft anfängt zu gammeln, ist im Bodengrund unter Hardscape wie Wurzeln. Die Wurzeln einfach kurz hochheben und checken ob Bläschen aufsteigen. Wenn Bläschen aufsteigen, so ist die Wurzel zu reinigen und (insofern möglich) nicht mehr so tief in den Bodengrund einzugraben oder aber komplett wegzulasse.
  • Eisendüngung checken: Die Eisendüngung ist entsprechend der Empfehlung zwischen 0,1 - 0,2 mg / l zu halten. Wichtig hierbei zu wissen ist, dass Eisen vor Ausfällung geschützt werden muss. In Düngern übernehmen Chelate diesen Schutz. Chelate kannst du dir so vorstellen wie eine Hülle um das Eisen herum. Diese Hülle unterstützt Pflanzen bei der Aufnahme von Eisens und schützt zudem vor Ausfällung, aber auch vor Identifizierung durch Wassertests. Wenn laut Wassertest Eisen nicht nachweisbar ist, heißt dies darum nicht unbedingt, dass kein Eisen im Becken gelöst ist. Du solltest dann nicht einfach nachdüngen, sondern dich an deinen Düngeplan (oder den des Herstellers) halten. Sollte es dennoch zu Pinselalgenbildung kommen, so wird empfohlen für den Zeitraum der Bekämpfung die Eisendüngung zu reduzieren.
  • Mechnische Entfernung: Befallene Blätter sind zu entfernen, damit sich die Pflanze auf die gesunden Blätter konzentrieren kann. Befallenes Hardscape sollte abgekocht werden.
  • Desinfektion: Sollten die genannten Punkte nach einigen Wochen nicht geholfen haben, so kann die Alge sehr gut mit EasyCarbo(R) oder einem anderen Desinfektionsmittel wie Chloramin-T oder H2O2 behandelt werden. Desinfektionsmittel machen genau das was sie sollen: sie desinfizieren. In diesem Fall werden auch die Bereiche im Becken desinfiziert, an welche der Aquarianer beim Beseitigen der Gammelstellen nicht gedacht hat. Dazu am besten den Filter ausschalten und die befallenen Stellen mithilfe einer Spritze direkt einnebeln (Desinfektionsmittel mit der Spritze aufziehen und dann direkt auf die befallenen Stellen geben). Nach 10-20 Minuten den Filter wieder einschalten. Hierbei die maximale Dosis des Herstellers beachten.
  • Strömung: Pinselalgen entstehen oft an Stellen mit höherer Strömung wie dem Filterauslass oder den Gegenständen direkt gegenüber des Filterauslasses. Die Strömung selbst ist nicht Grund für den Pinselalgenausbruch. Ein latentes Vorkommen der Alge an bspw. dem Filterauslass ist als normal anzusehen.
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Bartalgen:

Bartalgen gehören wie Pinselalgen zu den Rotalgen. Diese Algen färben sich rot, sobald sie in Alkohol eingelegt werden. Durch diesen Test kann sie eindeutig als Rotalge identifiziert werden. Ihre Färbung im Becken ist eher gräulich. Die Ursachen für das auftreten von Bartalgen sind sehr ähnlich denen von Pinselalgen, allerdings ist die Bartalge meist deutlich leichter zu beseitigen. Die hierzu notwendigen Maßnahmen sind bereits ihrer Wichtigkeit nach aufgereiht und entsprechend von oben nach unten abzuarbeiten.

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  • Nährstoffe checken: Voraussetzung für die Beseitigung dieser Alge ist die Herstellung der oben stehenden Wasserwerte. In aller Regel verschwindet die Alge, wenn der CO2-Gehalt auf 20-40 mg / l und Nitrat (NO3) auf 10-25 mg / l angehoben wird. (siehe auch https://be-smart-aquarium.de/top-werte/)
  • Gammelecken checken: In Fällen in denen die Wasserwerte bereits perfekt eingestellt sind und es dennoch zu Bartalgen kommt, sollte das Becken auf Gammelecken (Problem: anaerobe Abbauprozesse) untersucht werden. Evtl. gammelt es im Filter. Gründe hierfür können sein, dass der Filter zu dicht mit Filtermaterial bepackt wurde oder aber das sich das Filtermaterial mit der Zeit zugesetzt hat. In diesen Fällen ist das Filtermaterial zu tauschen und ggf. die Menge an Filtermaterial zu reduzieren. In der Praxis hat sich gezeigt, dass es oft schon reicht bei den ersten Anzeichen von Bartalgen das Filtermaterial zu tauschen. Nach erfolgtem Tausch verschwinden die Algen (reproduzierbar) in wenigen Tagen von selbst. Eine weitere Stelle an der es oft anfängt zu gammeln, ist im Bodengrund unter Hardscape wie Wurzeln. Die Wurzeln einfach kurz hochheben und checken ob Bläschen aufsteigen. Wenn Bläschen aufsteigen, so ist die Wurzel zu reinigen und (insofern möglich) nicht mehr so tief in den Bodengrund einzugraben oder aber komplett wegzulasse.
  • Eisendüngung checken: Die Eisendüngung ist entsprechend der Empfehlung zwischen 0,1 - 0,2 mg / l zu halten. Wichtig hierbei zu wissen ist, dass Eisen vor Ausfällung geschützt werden muss. In Düngern übernehmen Chelate diesen Schutz. Chelate kannst du dir so vorstellen wie eine Hülle um das Eisen herum. Diese Hülle unterstützt Pflanzen bei der Aufnahme von Eisens und schützt zudem vor Ausfällung, aber auch vor Identifizierung durch Wassertests. Wenn laut Wassertest Eisen nicht nachweisbar ist, heißt dies darum nicht unbedingt, dass kein Eisen im Becken gelöst ist. Du solltest dann nicht einfach nachdüngen, sondern dich an deinen Düngeplan (oder den des Herstellers) halten. Sollte es dennoch zu Bartalgenbildung kommen, so wird empfohlen für den Zeitraum der Bekämpfung die Eisendüngung zu reduzieren.
  • Desinfektion: Sollten die genannten Punkte nach einigen Wochen nicht geholfen haben, so kann die Alge sehr gut mit EasyCarbo(R) oder einem anderen Desinfektionsmittel wie Chloramin-T oder H2O2 behandelt werden. Desinfektionsmittel machen genau das was sie sollen: sie desinfizieren. In diesem Fall werden auch die Bereiche im Becken desinfiziert, an welche der Aquarianer beim Beseitigen der Gammelstellen nicht gedacht hat. Dazu am besten den Filter ausschalten und die befallenen Stellen mithilfe einer Spritze direkt einnebeln (Desinfektionsmittel mit der Spritze aufziehen und dann direkt auf die befallenen Stellen geben). Nach 10-20 Minuten den Filter wieder einschalten. Hierbei die maximale Dosis des Herstellers beachten.
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Schwebealgen

Schwebealgen färben das gesamte Aquarienwasser grün und schränken damit die Sicht ins Becken stark ein. Sie treten bei viel Licht und einem hohen Ammonium-Gehalt vor allem in frisch einfahrenden Becken auf.

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  • UV-C: Die Ultraviolettstrahlung dieser Lampe zerstört alle Einzeller, welche an ihr vorbei schwimmen und somit auch Algensporen, wodurch die Vermehrung der Alge unterbrochen wird und sie binnen weniger Tage deutlich zurück geht. Die Erfolgswahrscheinlichkeit von UV-C´s liegt bei >99%. Mindestens sollte mit einer Stärke von 1 Watt/ 50 Liter Aquarienwasser gearbeitet werden. Besser ist jedoch mit der doppelten Watt-Stärke, also 2 Watt/ 50 Liter zu arbeiten. Letzteres wären rechnerisch 8 Watt für ein 200 Liter Becken. Alternativ können Elektrolysegeräte wie Chihiros Doctor oder Twinstar verwendet werden. Auch Feinstfilter können eingesetzt werden, allerdings sind uns nur wenige Beispiele aus der Praxis bekannt, in denen Feinstfilter das Becken wirklich reinigen konnten. Ein Fließfilter oder Glaskugelfilter kann ebenfalls helfen, wird für die meisten Aquarianer aber schwer einsetzbar sein. Wir raten darum zur Verwendung einer UV-C.
  • Dunkelkur: Die Erfolgswahrscheinlichkeit von Dunkelkuren ist ebenfalls hoch, aber niedriger als bei UVC-Klärern. Bei einer Dunkelkur wird das gesamte Becken für eine Woche mit Decken, Pappen, usw. zu 100% abgedunkelt. Dadurch wird der Alge, aber auch jeder Pflanze komplett das Licht entzogen. Die Alge stirbt und die Pflanzen werden geschwächt.
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Fadenalgen

Sie treten vor allem in neu aufgesetzten Becken nach etwa 1-3 Monaten auf und können sich einige Monate hartnäckig halten. Nach abgeschlossener Einlaufphase sind diese Algen seltener, die Maßnahmen sind jedoch immer die gleichen.

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  • Mechanische Entfernung: Die erste Maßnahme gegen diese Algenart ist die mechanische Entfernung. Fadenalgen lassen sich einfach lösen, indem sie unter Zuhilfenahme von Chinastäbchen oder einer Pinzette aufgewickelt werden. Eine alte Zahnbürste oder alles andere in dem sich die Alge verfängt, funktioniert ebenfalls sehr gut
  • Licht reduzieren: Vor allem in der Startphase eines neuen Beckens ist ein starker Zusammenhang zur Intensität der Beleuchtung festzustellen. Darum ist die Empfehlung: Beleuchtungintensität (Lumen) und auch -dauer (Mittagspause) zu reduzieren. Wenn die Algenprobleme beseitigt sind, kann die Lichtintensität wieder angehoben und auch die Mittagspause aufgehoben werden.
  • Nährstoffe checken: Voraussetzung für die Beseitigung dieser Alge ist die Herstellung der oben stehenden Wasserwerte und die Abstimmung der Wasserwerte auf die Biologie und die Beleuchtung des Beckens. Hierbei ist eine Besonderheit zu berücksichtigen. In stabil laufenden Becken wird eine Ratio NO3 zu PO4 von ca. 16:1 empfohlen. Während der Bekämpfung der Fadenalgen sollte von dieser Ratio in Richtung 40:1 abgewichen werden (Beispiel: 40:1 --> Nitrat = 15 mg / l und PO4 = 0,3 mg / l) Solch eine Feinjustierung ist nur mit Einzelkomponentendüngern möglich.
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Quellenangabe Bild Fadenalgen: Shutterstock.com: Bildnummer: 252861883, Urheberrecht: Palau

Grüne Punktalge

Grüne Punktalgen sind flache, runde, fest sitzende Algenbeläge, welche zu aller erst an der Aquarienscheibe auffallen. Neben dieser sehr festen Algenart können weitere grüne Algenarten auf der Scheibe wachsen.

Punktalge
  • Mechanische Entfernung: Hierzu kann kostengünstig eine alte Kredikarte/Mitgliedskarte verwendet werden (diese kostet nichts und beschädigt weder Glas, noch Silikon). Des weiteren gibt es Klingenschaber, Magnet Scheibenreiniger, Handschuhe und vieles mehr. Am besten bewährt haben sich Klingenschaber, da sie leicht zu führen sind und das Glas nicht zerkratzen.
  • Nährstoffe checken: Voraussetzung für die Beseitigung dieser Alge ist die Herstellung der oben stehenden Wasserwerte und die Abstimmung der Wasserwerte auf die Biologie und die Beleuchtung des Beckens. Hierbei ist eine Besonderheit zu berücksichtigen. Die Alge tritt reproduzierbar vermehrt bei Phosphatmangel auf. Wenn PO4 also noch nicht im Zielbereich unserer oben stehenden Empfehlung ist, so sollte PO4 nachgedüngt werden.
Punktalge

Cyano Bakterien /Blaualge

Sie gehören zu den ältesten Bewohnern unseres Planeten. Von ihnen existieren ca. 2.000 Unterarten, von denen einige hundert aquaristisch relevant sind. Das Problem mit ihnen ist: jede Cyano-Art verhält sich leicht anders. Äußerlich werden manche blau, manche eher rötlich bis bräunlich, andere tiefgrün. Manche sondern Stoffe ab, die toxisch wirken können. Sie befallen Gegenstände und ersticken Pflanzen unter sich. Um sie loszuwerden gibt es folgende Maßnahmen (welche manchmal über einen längeren Zeitraum wiederholt werden müssen)

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  • Mechanische Entfernung: Als erstes sind sie so gut wie es geht zu entfernen. Am besten sollte ein Mulmsauger benutzt werden um die betroffenen Gegenstände und Blätter zu säubern. Für die Dauer der Behandlung sollte dies mehrmals pro Woche geschehen. Je öffter, desto besser.
  • Animpfen: Hilfreich ist es, einen Filterschwamm aus einem gut funktionierenden Becken in dem betroffenen Becken auszuwringen. Dadurch wird die Mikrobiologie des Beckens gestärkt.
  • EasyCarbo: Lokal können Cyanos auch mit EasyCarbo(R) oder H2O2 behandelt werden. Hierzu EasyCarbo(R) auf eine Spritze aufziehen und die Cyanobakterien mehrmals über ein paar Tage einnebeln. Dabei immer die Gebrauchsanweisung beachten.
  • Kaliumkur: In einigen Fällen haben Kaliumkuren geholfen. Hierbei wird rechnerisch der Kalium-Wert auf 30 mg / l angehoben (bei zeitgleich NO3 = 15 mg / l). Benötigt wird hierzu ein Kaliumdünger. Die 30 mg / l sollten eine Woche gehalten werden. Anschließend kann der Kaliumwert wieder auf <10 mg / l abfallen.
  • Blue Exit: Eine weitere Möglichkeit Cyanobakterien loszuwerden, ist die Easy Life(R) Blue Exit Methode. Hierbei wird, gem. Verpackungsbeilage, das Mittel über 5 Tage lang ins Becken gegeben. Es gibt Berichte über bessere Erfolge bei längerer Anwendung. Die Bakterien verringern sich binnen von 14 Tagen.
  • Fressfeinde: Da Cyanobakterien giftig sein können, gibt es kaum Tiere, die sie fressen. Darum sollte auch nicht versucht werden, Tiere gegen dieses Bakterium einzusetzen.
  • Sauerstoff: Zudem gibt es Berichte, dass Cyanobakterien auf Sauerstoffzufuhr reagieren. Hierbei wird dem Becken Sauerstoff hinzugefügt. Da es unter den Cyanobakterien sowohl anaerobe, als auch aerobe Stämme gibt, ist die Wirksamkeit von Sauerstoffbehandlungen fraglich, kann aber bei manchen Stämmen hilfreich sein.
  • Und von vorne: In manchen Fällen kommen Cyanobakterien nach einer zunächst erfolgreichen Bekämpfung wieder. Das passiert immer dann, wenn die nützlichen Bakterien es nicht geschafft haben die Lücke der Cyanos zu füllen. Das heißt, dass die Mikroflora und -fauna immer noch nicht stabil funktioniert. Die oben stehenden Methoden müssen in solchen Fällen wiederholt werden. Am besten direkt bei dem ersten Anzeichen reagieren.
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Kahmhaut

Kahmhaut ist ein Biofilm aus sauerstoffabhängigen Bakterien an der Oberfläche des Wassers. Diese Bakterien ziehen Nährstoffe aus dem Aquarium. Der sich bildende Film ist nicht nur optisch störend. Er verschlechtert auch den Gasaustausch zwischen Wasser und Luft.

Die Kamhaut lässt sich von einem Öl-Film leicht unterscheiden. Wie auf dem Foto dargestellt, bricht Kahmhaut und bleibt stellenweise offen. Ein Ölfilm schließt sich sofort wieder.

Algen bekaempfen Kamhaut
  • Eisendüngung: Kahmhaut tritt oft bei einer zu hohen Eisendüngung auf. Eine mögliche Maßnahme ist die Eisendüngung zu reduzieren. Wenn die Düngung aber grundsätzlich zu den Pflanzen im Becken passt, so ist die Empfehlung, die Eisendüngung beizubehalten und die Kahmhaut mit den folgenden Methoden zu beseitigen.
  • Oberflächenbewegung: Kahmhaut reagiert empfindlich auf Oberflächenbewegung. Dies kann durch umlenken des Filterauslassen erreicht werden.
  • Skimmer: Skimmer saugen Wasser von der Oberfläche an und zerstören so die Kahmhaut. Nebeneffekt ist, dass bspw. Wasserlinsen oder Reste von Pflanzen und Futter ebenfalls aufgesaugt werden. EHEIM bietet bspw. den EHEIM Skim 350 an. Bei einem 200Liter Aquarium dauert es ca. 2 Minuten und die Kahmhaut an der Oberfläche ist verschwunden. Dieser Skimmer ist in Kombination mit einer Zeitschaltuhr auch garnelensicher. Um Kahmhaut dauerhaft zu entfernen, reicht es den Skimmer 4x am Tag für 15 Minuten laufen zu lassen. Sollte eine Garnele in dieser Zeit eingesaugt werden, so bleibt sie auf dem Schwamm hängen und krabbelt nach Ablauf der 15 Minuten wieder aus dem Filter heraus.
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Quellenangabe Bild Fadenalgen: Shutterstock.com: Bildnummer: 252861883, Urheberrecht: Palau